4 Baukreditanbieter im direkten Vergleich - Was sind die grundsätzlichen Unterschiede?

Baukredite werden von verschiedenen Institutionen angeboten: Versicherungen, Hypothekenbanken, Geschäftsbanken, Genossenschaftsbanken, Sparkassen, Bausparkassen und private Investoren bieten finanzielle Unterstützung wenn es um den Bau oder den Erwerb einer Immobilie geht. Was die grundsätzlichen Unterschiede sind, darum geht es in diesem Artikel.

a.) der Baukredit von Versicherungsunternehmen

Versicherungen müssen das Geld ihrer Kunden sehr sicher anlegen. Als sichere Anlagen gelten Investitionen in Gebäude. Aber bei einer Gebäudefinanzierung kann immer einmal etwas schief gehen und eine Zwangsversteigerung notwendig werden. Bei der Zwangsversteigerung sollte nach Möglichkeit der vergebene Kredit vollständig getilgt werden können. Deswegen müssen die Versicherungsgesellschaften vor der Vorgabe eines Kredites das Gutachten eines vereidigten Sachverständigen einholen. Die von der Versicherung vergebenen Kredite dürfen maximal bis zu 50% des vom Gutachter festgestellten Beleihungswertes gehen. Da damit eine vollständige Rückzahlung des Kredites sehr wahrscheinlich ist sind die Kredite der Versicherungsgesellschaften mit die günstigsten. Ob dabei eine Kapitallebensversicherung zur Tilgung abgeschlossen werden muss oder ob auch eine annuitätische Tilgung möglich ist, richtet sich nach den vertraglichen Vereinbarungen.

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b.) der Baukredit von Hypothekenbanken

Prinzipiell gilt für diese Kredite alles was auch für die Kredite von der Versicherung gilt. Allerdings dürfen die Hypothekenbanken bis zu 60% des Objektwertes beleihen. Die Hypothekenbanken refinanzieren sich über Hypothekenpfandbriefe, die als besonders sicher, auch als mündelsicher gelten. Diese Sicherheit beruht zum einen darauf, dass diese Kredite nur bis zu 60% des Objektwertes gehen dürfen und außerdem darauf, dass diese Hypothekenpfandbriefe im Insolvenzfalle aussonderbare Vermögenswerte sind. Diese müssen zuerst befriedigt werden, ehe an andere Gläubiger Geld verteilt werden darf. Aufgrund der Sicherheit sind auch hier vergleichbar niedrige Zinsen zu bezahlen.

c.) der Baukredit von Geschäftsbanken, Genossenschaftsbanken und Sparkassen

Diese Institute dürfen bei der Kreditvergabe die 60%-Grenze überschreiten und benötigen auch kein Gutachten eines vereidigten Sachverständigen, sondern die hauseigene Immobilienabteilung darf das Objekt bewerten. Die Zinsen für diese Darlehen sind höher, weil auch ein höheres Rückzahlungsrisiko vorliegt. Im Falle einer Zwangsversteigerung kann nicht unbedingt damit gerechnet werden, dass der Erlös aus der Zwangsversteigerung den Kredit im vollen Umfang tilgt. Wie bei den Darlehen von Hypothekenbanken sind dabei unterschiedliche Tilgungsvarianten möglich: annuitätische Tilgung (die Tilgung erhöht sich jedes Jahr um die ersparten Zinsen, der Gesamtbetrag der Rate bleibt jedoch gleich)- Tilgung über eine Lebensversicherung - Tilgung über einen Bausparvertrag.

d.) der Baukredit von Bausparkassen

Abgesehen davon, dass mit einem zugeteilten Bausparvertrag auch die schon besprochenen Darlehen abgelöst werden können, besteht das Prinzip Bausparen aus zwei Teilen: der Ansparphase und der Tilgungsphase. Der Bausparer muss, um das zinsgünstige Bauspardarlehen in Anspruch nehmen zu können, erst einmal 40% bis 50% der Bausparsumme ansparen, um dann in den Genuss des Darlehens zu kommen. Da die Verzinsung des Bausparguthabens sehr gering ist, verliert der Bausparer so viel an Zinsen, dass er diesen Verlust durch spätere niedrigere Darlehenszinsen im Regelfall nicht mehr ausgleichen kann.